Bewertung der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die Gesundheitssituation von Menschen mit Parkinson

Bewertung der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die Gesundheitssituation von Menschen mit Parkinson

Die COVID-19-Pandemie hat die Situation von Menschen mit Parkinson zusätzlich erschwert. Studien sind daher erforderlich, um Veränderungen der Lebensqualität für die Patienten zu ermitteln, die möglicherweise stärker als sonst darunter leiden. Aufgrund der bestehenden Einschränkungen, der Unterbrechung alltäglicher Aktivitäten und des eingeschränkten Zugangs zu medizinischer Versorgung und Therapeuten, wurde in verschiedenen Ländern eine Verschlechterung der Parkinson-Symptome festgestellt.

Die Studie "Care4PD" untersuchte die Situation in Deutschland. Mehr als 1.000 Betroffene und deren Angehörige nahmen an der Studie teil, indem sie einen Fragebogen über die Versorgungssituation und mögliche Einschränkungen durch die COVID-19-Pandemie ausfüllten. Im ersten Teil der Studie wurden ausschließlich Parkinson-Betroffene befragt. In einem zweiten Schritt sollen bundesweit Pflegende in ambulanten und stationären Einrichtungen teilnehmen, um ihre Sicht der Versorgungssituation mitzuteilen.

Die Ergebnisse des ersten Teils der Studie sind kürzlich veröffentlicht worden. Ähnliche Studien in anderen Ländern berichteten von einer Verschlechterung der motorischen und nicht-motorischen Symptome, sowie einer Verschlechterung der Lebensqualität. Die Care4PD-Studie stellte hingegen erfreulicherweise fest, dass die Pandemie nur einen moderaten Einfluss auf die Teilnehmer hatte. Es scheint, dass es den Neurologen in Deutschland gelungen ist, für die Betroffenen ein ähnliches Versorgungsniveau wie vor der Pandemie aufrechtzuerhalten, insbesondere im ambulanten Bereich. Die medizinische Versorgung und das tägliche Leben wurden generell moderat beeinflusst.

Vergleich von Menschen mit und ohne professioneller Langzeitpflege

Im ersten Teil der Studie verglichen die Forscher Patienten mit und ohne Langzeitpflege. Jeder fünfte Teilnehmer befand sich in professioneller Langzeitpflege. Sie waren älter, überwiegend weiblich und mussten im Verlauf der Pandemie häufiger ins Krankenhaus eingeliefert werden. Außerdem wiesen sie höhere Werte auf der Hoehn-und-Yahr-Skala auf, einem System, das üblicherweise zur Beschreibung des Fortschreitens der Parkinson-Symptome verwendet wird und auf einen höheren Schweregrad der Erkrankung hinweist. Bei den meisten Teilnehmern ohne Langzeitpflege war die Krankheit weniger weit fortgeschritten, aber sie benötigten dennoch Pflege und Unterstützung.

Die Teilnehmer bewerteten ihre Besorgnis über die Pandemie und die Auswirkungen der Pandemie auf ihr tägliches Leben. In beiden Gruppen zeigten die Ergebnisse nur mäßige Besorgnis: durchschnittlich 5-6 auf einer Skala von 0 (überhaupt nicht besorgt) bis 10 (sehr besorgt). Erfreulicherweise bewerteten die Teilnehmer die Verschlimmerung der Parkinson-Symptome im Durchschnitt nur als leicht und bewerteten die Auswirkungen von Phasen mit weniger verfügbarer medizinischer Unterstützung ähnlich. Allerdings waren die Auswirkungen bei den Teilnehmern in der Langzeitpflege deutlich stärker. Fünf von sechs Teilnehmern in der Langzeitpflege berichteten über Beeinträchtigungen wie weniger Kontakt zu Ärzten und Therapeuten oder die Unmöglichkeit, das Haus oder das Zimmer zu verlassen. Obwohl sich telemedizinische Ansätze als wirksam erwiesen haben und für Menschen mit Parkinson weithin empfohlen werden, wurde das Potenzial der Telemedizin von beiden Gruppen nicht voll ausgeschöpft, obwohl die technischen Möglichkeiten vorhanden waren.

Ambulante Versorgung: eine stabile Säule während der Pandemie

Insgesamt zeigte die Umfrage, dass die COVID-19-Pandemie nur begrenzte Auswirkungen auf das tägliche Leben der Teilnehmer hatte, zu einem leichten Anstieg der Parkinson-Symptome führte und dass sich die Menschen nur während einiger Phasen der Pandemie weniger gut betreut fühlten. Einschränkungen bei sozialen und familiären Kontakten wurden als die bedeutendsten Einschränkungen empfunden. Einschränkungen bei Kontakten mit medizinischem Fachpersonal wurden als geringer wahrgenommen, was die Bedeutung der ambulanten Pflege und der Unterstützung durch Pflegepersonen unterstreicht. Menschen mit Parkinson, die professionelle Langzeitpflege erhalten, waren während der Pandemie stärker betroffen und sollten daher in Zukunft mehr Aufmerksamkeit erhalten. Hier müssten alternative Strategien entwickelt werden, um sie in Krisenzeiten besser zu erreichen und zu betreuen.